Die US-amerikanische Metalband Korn gilt als ein Mitbegründer des Nu-Metal-Genres. Gegründet wurde sie 1993. Zur aktuellen Besetzung gehören Sänger und Dudelsackspieler Jonathan Davis, E-Gitarrist James Shaffer, E-Gitarrist Brian Welch, E-Bassist Reginald Arvizu sowie Schlagzeuger und Perkussionist Ray Luzier.

Ein Mitbegründer des Nu Metal

Ein einfaches Hobby hat Arvizu und Welch schon früh miteinander verbunden: Gitarre spielen. Zusammen mit James Shaffer und David Silveria bildeten sie die erste Besetzung ihrer Band. Unter dem Namen L.A.P.D. spielten sie Punkmusik. 1993 trafen Shaffer und Welch auf Jonathan Davis, der zu diesem Zeitpunkt als Leichenbeschauer arbeitete. Nach einigen Proben mit der Band wurde er zum Sänger ernannt. Nach zahlreichen Auftritten in Los Angeles schaffte die Gruppe es 1994 an einen Plattenvertrag zu kommen. Noch im selben Jahr erschien das Debütalbum "Korn".  Es folgten Tourneen, auf denen Korn als Vorband von Danzig, House of Pain, Megadeth, KMFDM, Biohazard, Marilyn Manson und Ozzy Osbourne auftraten. 1996 brachten die Musiker schließlich ihr zweites Album "Life is Peachy" auf den Markt. Die Band landete damit auf Platz drei der US-amerikanischen Billboard Charts. Im Cover von "Wicked" von Ice Cube, in dem Chino Moreno und Davis zu hören sind, wird erstmals die Verbindung zwischen Korn und Deftones festgehalten. Mit dem 1998 erschienen Album "Follow the Leader" passten sie ihren Stil etwas an, ohne ihren typischen Klang zu verlieren. Zu hören sind deutlich die Hip-Hop-Wurzeln der Band. Mit diesem Werk war der kommerzielle Durchbruch gesichert. Im Rahmen der Family Values Tour waren Korn zusammen mit Limp Bizkit, Orgy, Rammstein und Ice Cube in den USA unterwegs. An 40 Stationen wurde vor insgesamt 243.000 Zuschauern gespielt. Die Einnahmen liegen in Millionenhöhe. Korns Erfolg ebnete gleichzeitig den Weg für Bands wie Deftones, Coal Chamber oder Kid Rock. 1999 folgte das Album "Issues". In den Folgejahren hagelte es Kritik für die Band, deren Songs sich immer um die gleichen Themen drehen würden. Aus gesundheitlichen Gründen musste Silveria die laufende Welttournee abbrechen. Bis 2002 das Album "Untouchables" erschien, geriet Davis wegen seiner Alkoholkrankheit und Depressionen in die Schlagzeilen. Ende 2003 erschien das sechste Album "Take a Look in the Mirror". Für Aufmerksamkeit sorgte das Musikvideo zu "Did My Time" indem Angelina Jolie zu sehen war. Der Titel erreichte Platz zwölf der deutschen Singlecharts. Während 2005 das nächste Album in der Mache war, verließ Welch die Band. Daraufhin übernahm Rob Patterson die Rolle des Gitarristen, war aber nicht auf der Bühne zu sehen. Die Verwunderung war vorprogrammiert. Während der Europatour im selben Jahr sah man Patterson dann doch zusammen mit den anderen Musikern. Grund war Druck von Seiten der Fans. Das Album "See You on the Other Side" wurde schließlich im selben Jahr veröffentlicht. Der Stil geht hier mehr in Richtung Industrial Rock. Betrachtet man die Texte, sind nicht mehr die persönlichen Probleme von Davis im Fokus. Dafür werden ähnliche Themen wie Missbrauch und häusliche Gewalt im Allgemeinen behandelt. Nachdem sich Silveria 2006 von der Band verabschiedete, kam Terry Bozzio dazu, welcher kurz darauf wieder ging. Im selben Jahr kam das Album "Untitled" auf den Markt. Gleichzeitig hatten Korn mit Ray Luzier einen neuen Schlagzeuger gefunden. 2010 erschien schließlich das neunte Album "Korn III – Remember Who You Are". Nach langen Touren folgten ein Jahr später ein Sample von "Get Up!" und das Album "The Path of Totality". 2012 kehrte Brian Welch zurück zu Korn. Zunächst spielte er im Rahmen der Europatour mit seinem ehemaligen Bandkollegen auf Festivals wie Rock am Ring und Rock im Park sowie dem britischen Download-Festival. Mit "The Paradigm Shift" erschien im Jahr darauf ein Reunion-Album mit Welch. 2016 folgte das zwölfte Album "The Serenity of Suffering".

Harter Sound mit quietschenden und verzerrten Gitarrenriffs

Die Musik von Korn lässt sich in die Genres Nu Metal und Alternative Metal einordnen. Auffallend sind die sehr tiefgestimmten siebensaitigen Gitarren, der fünfsaitige Bass und das Slap-Bassspiel von Arvizu. Sänger Davis ist das Aushängeschild der Band und weiß ein breites stimmliches Spektrum auf. Neben den gängigen Instrumenten greifen die Musiker auch auf einen Dudelsack zurück. Die Texte von Korn sind düster, zynisch und eindeutig. Davis stellt in den Songs offen seine unbehütete Kindheit an den Pranger.