Unter dem Namen Jennifer Rostock stehen Sängerin Jennifer Weist, Keyboarder Johannes Walter, Gitarrist Alex Voigt, Bassist Christoph Deckert und Schlagzeuger Christopher Kohl auf der Bühne. Die deutsche Rockband wurde 2007 auf Usedom gegründet.

Nach zehn Jahren Bandgeschichte Pause auf unbestimmte Zeit

Jennifer West und Johannes Walter stammen aus Zinnowitz und sind seit Kindesbeinen an musikalisch. Walter versuchte sich bereits mit fünf Jahren an Geige und Klavier. Bei einer Karaoke-Show traf er Weist, die daraufhin seiner Schülerband No Fame beitrat. 2004 entstand die Band aerials. 2006 begannen sie in Berlin an ihrer Musikkarriere zu arbeiten. Dort lernten sie ihre Bandkollegen Alex Voigt, Christoph Deckert und Christopher Kohl kennen. Schicksal oder Zufall? Egal, denn 2007 gab die Band unter dem Namen Jennifer Rostock die ersten Konzerte und kam an ihren Plattenvertrag. Die Bühnen standen vor allem in Berliner Szeneclubs. Daneben traten sie als Vorband der britischen Gruppen Chikini und Gallows auf. Mit der ersten EP "Ich will hier raus" landeten Jennifer Rostock 2008 im Programm regionaler Radiosender. Mit ihrem Song "Kopf oder Zahl" traten sie beim Bundesvision Song Contest für Mecklenburg-Vorpommern an und landeten auf Platz fünf. Das Debütalbum "Ins offene Messer" erreichte im selben Jahr Platz 31 der deutschen Albumcharts. Während des restlichen Jahres trat die Band bei deutschen Musikfestivals auf und gab Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit dem zweiten Album "Der Film" erreichten Jennifer Rostock 2009 die Top 20 der Albumcharts in Deutschland und Österreich. Die enthaltene Single "Du willst mir an die Wäsche" schaffte es auf Platz 34 der deutschen Singlecharts. Daneben traten sie im selben Jahr im Auftrag des Goethe-Instituts in fünf brasilianischen Städten auf. Speziell für den Film New Moon – Biss zur Mittagsstunde wurde die Single "Es tut wieder weh" komponiert. Die CD erreichte Platz 48 der deutschen Singlecharts. 2011 folgte das Studioalbum "Mit Haut und Haar". Mit der Single "Mein Mikrofon" landeten Jennifer Rostock auf Platz 49 der deutschen Singlecharts. Daneben versuchte es die Band erneut beim Bundesvision Song Contest. Diesmal traten die Musiker mit ihrem Titel "Ich kann nicht mehr" in Köln an und belegten Platz acht. Bei einer Tour durch Deutschland im Jahr 2013 hagelte es Kritik für die Band. Nach einem Konzert in Hamburg erklärten die Musiker, dass sie bei ihren Auftritten auf den T-Shirts der Besucher weder die Namen der Bösen Onkelz noch von Frei.Wild lesen wollten. Nach einem Protest distanzierte sich die Band davon, dass alle Fans der beiden Gruppen automatisch Nazis seien. Das Album "Schlaflos", dass im Jahr darauf erschien, ist das erste Werk, dass in den USA entstand. Die dazugehörige Tour führte Jennifer Rostock durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Es folgte die EP "Kaleidoskop", die Platz 66 der deutschen Singlecharts erreichte. Wenige Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern schossen Jennifer Rostock mit einem Musikvideo gegen die rechtspopulistische AfD. Die Folge: Mehrere Millionen Klicks und Drohbriefe von AfD-Anhängern. 2016 erschien das fünfte Studioalbum "Genau in diesem Ton" und schaffte es auf Platz zwei der deutschen Albumcharts. 2017 kündigen Jennifer Rostock an eine Pause einzulegen. Wie lange diese dauern soll, ist unklar.

Zwischen Glam-Punk, Elektro-Pop und Hauptstadt-Rock

So beschreibt die Tageszeitung 2007 die Musik von Jennifer Rostock. Tatsächlich lässt sich der Stil der Band nur schwer beschreiben. Generell lässt er sich den Genres Rock, Alternative Rock, Electro und Punk zuordnen. Wegen der ersten Single und der Ähnlichkeit zur Band Ideal wird die Gruppe häufig mit der Neuen Deutschen Welle in einem Satz genannt. Die beiden Gründungsmitglieder Weist und Walter schreiben die Songtexte gemeinsam. Daneben komponieren und arrangieren sie die Lieder. 2009 wurden sie deshalb für den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Kategorie Nachwuchs nominiert.