Mit bisher über 15 Millionen verkauften Alben gehört die US-amerikanische Metalband Disturbed zu den erfolgreichsten Metalbands der 2000er-Jahre. Allein neun Millionen wurden in den USA an den Mann gebracht. Fünf ihrer bisher sieben Alben landeten auf Platz eins der US-amerikanischen Albumcharts. Zur aktuellen Besetzung gehören Sänger David Draiman, Gitarrist Dan Donegan, Bassist John Moyer und Schlagzeuger Mike Wengren. Gegründet wurde die Gruppe 1994. Das Logo der Band setzt sich aus dem Davidstern des Judentums, dem Kreuz des Christentums, dem Pentagramm der Wiccabewegung und der Mondsichel des Islam zusammen. So wie sie ineinander verflochten dargestellt werden, sollen sie eine Einheit repräsentieren. The Guy ist das Maskottchen von Disturbed.

Wie eine Coverversion zum größten Hit der Bandgeschichte wurde

Von Disturbed war 1994 nicht der leiste Spur. Dan Donegan, Steve Kmak, Mike Wengren und Erich Awalt gründeten die Band nämlich unter dem Namen Brawl. Noch im selben Jahr wurde die erste Demo veröffentlicht. 1996 verließ Sänger Awalt die Band. Mit Hilfe einer Zeitungsanzeige kamen die Musiker mit David Draiman in Kontakt. Nach überzeugenden Proben stand er fortan als Sänger auf der Bühne. Auf seinen Vorschlag hin änderte die Band den Namen zu Disturbed. Eine zweite Demo stieß bei verschiedenen Plattenfirmen auf großes Interesse. Eine Kopie fiel Joey DeMaio, dem Bassisten von Manowar in die Hände. Er setzte sich von da an für die Band ein. Bei Konzerten im Umland von Chicago begann die Fangemeinde von Disturbed zu wachsen. Als College-Radiostationen Songs von Disturbed spielten, kam die Band zu einem Vertrag. 2000 wurde das Debütalbum "The Sickness" veröffentlicht - ein gigantischer Erfolg. Die Debütsingle "Stupify" verhalf der Band zum Durchbruch. Das Album landete auf Platz 67 der US-amerikanischen Albumcharts und stieg später auf Platz 29. Über fünf Millionen Exemplare wurden allein in den USA verkauft. Bis heute ist "The Sickness" das meistverkaufte Werk der Band. Da Ozzy Osbourne zu den prominenten Fans von Disturbed gehörte, wurden sie auf die Ozzfest-Tournee eingeladen. Es folgten zahlreiche Tourneen. Bereits 2001 waren die Musiker Headliner der zweiten Bühne der Ozzfest-Tour. Noch im selben Jahr folgte die erste Headlinertour der Band durch Nordamerika. Ihren ersten Auftritt in Europa hatten Disturbed ebenfalls 2001 als Vorgruppe von Marilyn Manson. Mit der ersten DVD "M.O.L." veröffentlichten Disturbed 2002 eine Dokumentation, die die Band unter anderem in Studio und bei Interviews zeigt. Im selben Jahr kam das zweite Album "Believe" auf den Markt. 2003 traten Disturbed erneut bei der Ozzfest-Tournee auf, diesmal allerdings auf der Hauptbühne. Nach der "Music is a Weapon II" – Tournee verließ Bassist Steve Kmak die Band. Sein Nachfolger wurde John Moyer. 2004 gaben Disturbed ein Benefizkonzert in Chicago. Hintergrund war der tödliche Anschlag auf den ehemaligen Pantera-Gitarristen Dimebag Darrell in Columbus. Dabei wurden auch Crewmitglieder erschossen und schwer verletzt. Mit dem Konzert sollten die Kosten für Bestattungen und Krankenhäuser gedeckt werden. 2005 folgte das dritte Album "Ten Thousand Fists" – ebenfalls ein großer Erfolg. In den USA erhielt das Werk für über zwei Millionen verkaufte Exemplare Doppel-Platin. In Deutschland wurde es vom Rock Hard-Magazin zum Album des Monats gekürt. "Indestructible" sollte das erste Album werden, das Disturbed selbst produzierte. 2008 kam es auf den Markt. Im selben Jahr trat die Band bei zahlreichen europäischen Festivals wie Rock am Ring auf. Es folgte die erste Grammy-Nominierung in der Kategorie "Best Hardrock Performance" für den Song "Inside the Fire". Das fünfte Album ließ nicht lange auf sich warten. 2010 erschien "Asylum". Nur ein Jahr später kündigten Disturbed an eine Pause einzulegen. Gerüchte über eine mögliche Trennung waren im Umlauf. 2015 feierte die Band mit dem Song "The Vengeful One" ihr Comeback. Im selben Jahr erschient das sechste Album "Immortalized". Das Werk wurde bei der Echoverleihung 2017 in der Kategorie "Band international" nominiert. Die enthaltene Coverversion des Titels "The Sound of Silence" von Simon & Garfunkel wurde zum größten Hit in der Geschichte von Disturbed und für den Grammy in der Kategorie "Best Rock Performance" nominiert. Ein Konzert im Rahmen der Europatournee mit Avenged Sevenfold nahm 2017 ein tragisches Ende. Ein Roadie stürze bei Abbauarbeiten aus 20 Metern Höhe. Ein Kollege kam dabei ums Leben. Während 2018 das Debütalbum der Band in den USA mit Fünffach-Platin und "Ten Thousand Fists" mit Doppel-Platin ausgezeichnet wurde, erschien das siebte Album "Evolution". Mit "A Reason to Fight" belegten Disturbed die sechste Nummer-eins-Single der Billboard Mainstream Rock Songs Charts und stellten damit einen neuen Rekord auf.

Fette Riffs der alten Schule

Disturbed lässt sich nur schwer in ein Genre einordnen. Während die Gruppe oft als Nu-Metal-Band angesehen wird, wehrt sich die Gruppe selbst dagegen. Gitarrist Dan Donegan sagte in einem Interview mit dem Rock Hard Magazin, Disturbed würden ohne DJs, Rap und funky Gitarren arbeiten. Stattdessen werde viel Wert auf die fetten Riffs der alten Schule gelegt, gute Melodien, Doublebass und etwas Pathos. Ihr Stil reicht von Alternative Metal, über Heavy Metal und Modern Metal bis hin zu Hard Rock. Klassische Heavy-Metal-Bands wie Black Sabbath, Judas Priest, Iron Maiden, Queensrÿche, Metallica, modernere Metalbands wie Pantera und Progressive-Rock-Bands wie Rush zählen zu den Haupteinflüssen der Gruppe.